• Katherina Polig

ELIA Together 2018: maschinelle Übersetzung auf dem Vormarsch


Vom 22.-23. Februar 2018 fand in Athen die Jahrestagung des internationalen Verbands der Übersetzungsdienstleister ELIA statt. Vertreter der größten Übersetzungssoftware-Unternehmen, Freelancer und Geschäftsführer kleiner wie großer Sprachdienstleister diskutierten dabei die Zukunft des Marktes und insbesondere die Chancen und Herausforderungen der maschinellen Übersetzung.

In einem Punkt waren sich alle einig: Die maschinelle Übersetzung ist aus manchen Fachgebieten längst nicht mehr wegzudenken. Im technischen Bereich etwa ist sie seit Jahren etabliert und viele Technologieanbieter arbeiten mit Hochdruck daran, sie auch auf andere Fachgebiete auszuweiten. Die Nachfrage ist jedenfalls da, vor allem in den Bereichen Life Sciences, Recht und Finanzen.

Neben neuen Produkten und Zukunftstrends wurden in den Fachvorträgen und Workshops auch bewährte Verfahren rund um das Thema Post Editing (PE), also die "menschliche" Nachbearbeitung maschinell übersetzter Texte, sowie praktische Tipps und Tricks für das Qualitäts-Management vorgestellt.

Dabei wurden einmal mehr die vielseitigen Anforderungen an den professionellen Übersetzer von heute deutlich: Sprachkenntnisse, Übersetzungskompetenz, Kulturverständnis, fachspezifisches Wissen und der professionelle Einsatz von CAT-Tools (computer-aided translation, deutsch: computergestützte Übersetzung) sind längst nur Grundlagen. Wodurch sich ein Profi heute von einem Laien unterscheidet sind Kenntnisse im Terminologie-Management und in der Qualitätssicherung, im Umgang mit unterschiedlichen Dateiformaten und ja – ob es nun gefällt oder nicht – auch im Umgang mit maschinellen Übersetzungssystemen und Post Editing.

Bei aller Begeisterung für die Möglichkeiten der neuen (Übersetzungs-)Technologien betonten die meisten Redner – zum Glück und aus meiner Sicht auch zurecht – die beständige Bedeutung des Faktors Mensch. Denn trotz des unbestrittenen und teilweise tatsächlich beeindruckenden Fortschritts neuer maschineller Systeme gilt nach wie vor: Die wichtigste Technik ist unser Gehirn.


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